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» Kampf den Politikern
So geht es nicht weiter, deswegen haben die Verantwortlichen von Xboxfront nun einen offenen Brief geschrieben.
Offener Brief
Sehr geehrter Herr Joachim Herrmann,
mittlerweile scheint es sich zu einem parteiinternen Wettbewerb der CSU und ihren Mitgliedern entwickelt zu haben, virtueller Gewalt in Unterhaltungssoftware auf möglichst polemischer Art und Weise zu begegnen und hochgradig provokativ mit Forderungen nach Verboten am rechten Wählerrand auf Stimmenfang zu gehen. Anders lassen sich die neuesten Äußerungen zum Thema „mediale Gewalteinflüsse“ in ihrem im Zuge der Verleihung des deutschen Computerspielpreises veröffentlichten Pressetext nicht mehr erklären.
In der vorliegenden Pressemitteilung fordern Sie die Videospielindustrie dazu auf, freiwillig auf die Herstellung von „Tötungstrainingssoftware“ zu verzichten. So genannte „Killerspiele“ entsprächen nicht dem „Wertekonsens“ unserer heutigen Gesellschaft. Gleichzeitig halten Sie es für „wissenschaftlich klar erwiesen“, dass der „dauerhafte Konsum derartiger Spiele“ zu wachsender Gewaltbereitschaft und Verminderung des Mitleidsempfindens beiträgt. In ihrer schädlichen Wirkung stünden „Killerspiele“ auf einer Stufe mit „Drogen und Kinderpornographie“. Fakt ist, dass sich die Wissenschaft bis heute nicht über die Wirkungsweisen medialer Gewalteinflüsse einig ist. Tatsächlich können virtueller Gewalt in Videospielen bis heute keinerlei Langzeitfolgen nachgewiesen werden.
Die fehlende Medienkompetenz in diesen Ausführungen ist einmal mehr nicht zu leugnen. Tendenziöse Vergleiche von Videospielen zu Drogen und Kinderpornographie sind eine Frechheit und diskriminieren Millionen von Spielern. Es sollte in ihrem eigenen und dem Interesse ihrer Partei stehen, eine sachlich korrekte und faire Debatte anzustreben. Nicht länger lassen wir uns ihre populistischen Eigenprofilierungen tatenlos gefallen und fordern Sie aus diesem Grund zu Folgendem auf:
• Sofortiger Stopp der willkürlichen Kriminalisierung eines Hobbys von Millionen von mündigen Bürgern.
• Umgehende Entfernung des trügerischen Propagandabegriffs „Killerspiele“ aus dem politischen Dialog.
• Förderung eines seriösen, wissenschaftlichen Umgangs mit Gewalteinflüssen in Medien.
• Schaffen von politischen Rahmenbedingungen zur Steigerung der Medienkompetenz von Eltern und Pädagogen.
• Bessere Umsetzung des europaweit strengsten Jugendschutzgesetzes.
Wir sprechen uns eindeutig für eine strenge Einhaltung der Richtlinien der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle(USK) aus, machen allerdings ebenso darauf aufmerksam, dass wir die Forderungen nach Verboten gewalthaltiger Videospiele als verfassungswidrige Bevormundung und untragbaren Eingriff in die Freizeitgestaltung des erwachsenen Spielers betrachten.
Es muss der Anspruch der politischen Führung sein, Problemen in ihrem Kern zu begegnen. Beginnen Sie bei der Forschung nach Ursachen für gesellschaftliche Verwahrlosung, Gewalt und allgemeine Kriminalität an den richtigen Stellen. Soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und Perspektivlosigkeit sind nur drei Stichworte, die in diesem Zusammenhang von tatsächlicher Bedeutung zeugen.
Hochachtungsvoll,
Michael Keultjes, Stefan Grund
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